Aktuelle Berichte

Has(s)t du es nicht kommen sehen?

Am 25. und 26. Juni führte die Theater-AG der Klassen 9-12 das Stück „Has(s)t du es nicht kommen sehen?“ auf. Es handelte sich dabei um die Wiederaufnahme eines bereits im Jahre 2019 konzipierten und mit großem Erfolg vorgestellten Stücks, das aber nichts von seiner Aktualität verloren hat – ganz im Gegenteil! – und mit einigen Neuerungen und Anpassungen aufwarten konnte.

  • DSCF0248.jpg
  • DSCF0249.jpg
  • DSCF0254.jpg
  • DSCF0257.jpg
  • DSCF0264.jpg
  • DSCF0268.jpg
  • DSCF0270.jpg
  • DSCF0279.jpg
  • DSCF0280.jpg
  • DSCF0281.jpg
  • DSCF0283.jpg
  • DSCF0288.jpg
  • DSCF0291.jpg
  • DSCF0292.jpg
  • DSCF0307.jpg
  • DSCF0308.jpg

Einerseits handelte es sich dieses Mal um eine Kooperation mit dem Hebel- und dem Kantgymnasium, da Schüler:innen dieser beiden Gymnasien das Weiler Ensemble ergänzten. Zum anderen wurden Texte überarbeitet, angepasst und ergänzt, sodass die Aktualität dieses bedrohlichen Themas noch deutlicher ins Auge sprang. So stellte Regisseurin Anne Lindenberg zu Beginn der Aufführung bedrückt fest: „Während ich mich 2019 noch nächtelang mühevoll durch die dunkelsten Tiefen der Kommentarspalten wühlte, um aufzeigen zu können, was da auf uns zukommt, war es dieses Jahr bestürzend einfach, Material zu finden. Verstörend einfach. Mit frecher Selbstverständlichkeit und nur noch erstaunlich wenig Aufruhr ist radikale, demokratiefeindliche und menschenverachtende Hetze aus den Tiefen der Kommentarspalten ans Tageslicht hervorgekommen und steht nun schamlos und stolz im Rampenlicht, ganz nah an der Mitte der Gesellschaft.“

Und genau darum geht es in diesem Stück. In verschiedenen „Episoden“ wurden die Zuschauer jeweils mit neutral vorgelesenen Hetz-Kommentaren konfrontiert, die anschließend mit literarischen Texten aus verschiedenen Zeiten kombiniert wurden, welche das in der Hetze angesprochene Thema hinterfragten, vertieften oder mit historischen Ereignissen in Verbindung brachten. Diese literarischen Texte wurden von den Schauspieler:innen künstlerisch umgesetzt, wobei die Bandbreite der darstellerischen Mittel des Ensembles beeindruckend war: Vom Sologesang über Dialogszenen bis hin zu Tanzeinlagen oder Großchoreographien war alles dabei und sorgte dafür, dass nie Langeweile aufkam und die Zuschauer:innen bis zum Schluss gebannt und bestürzt der Darbietung folgten. Ob nun Mütter ihrer im Krieg verstorbenen Kinder gedachten, im Hintergrund Militärparaden simuliert wurden oder eine Person, die beschwichtigen wollte, mit einem Baseballschläger totgeprügelt wurde – die gewählten Bilder bzw. Szenen trafen das Publikum ins Herz und machten darauf aufmerksam, in welchem Maße brutalster Hass und Hetze in Deutschland heute wieder zur Normalität werden und Menschlichkeit als Verweichlichung gesehen wird. Gleichzeitig ging aber auch unüberhörbar der Appell ans Publikum, nicht bei der eigenen Bestürzung stehen zu bleiben und sich mit der Frage „Has(s)t du es nicht kommen sehen?“ zu begnügen, sondern eine Antwort auf die logische nächste Frage zu suchen, die da lautet: „Was hast du getan?“. Die Antwort von Bertolt Brecht, dessen „Kinderhymne“ gemeinsam mit dem Publikum am Ende der Aufführung gesungen wurde, ist eindeutig: „Erwarte keine andere Antwort als die deine.“

Die Einnahmen der Theaterabende gingen als Spende an die Aktion „Hass hilft, rechts gegen rechts, die unfreiwillige Spendenaktion“, die für jeden Hasskommentar, den man im Netz findet und den man kommentiert, je einen Euro an Flüchtlingsprojekte und einen an Projekte spendet, die Menschen dabei helfen, aus der Neonaziszene auszusteigen.

Ein herzliches Dankeschön an die Theater-AG, ihre Regisseurin Anne-Lindenberg und alle, die zum Gelingen dieser beeindruckenden Aufführung beigetragen haben!

Sekretariat

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 9:15 Uhr - 12:30 Uhr

Kontakt

Anschrift:
Königsberger Str. 9
79576 Weil am Rhein

Telefon/-fax:
Tel.: 07621 91 38 20
Fax: 07621 91 38 213

Email:
poststelle@04166492.schule.bwl.de

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.